Der Softlaser in der integrativen Medizin

Wie lässt sich der Softlaser sinnvoll in bestehende Therapiekonzepte integrieren – und was kann er dort konkret bewirken? In Kombination mit manuellen Verfahren, Darmgesundheit oder pädiatrischer Begleitung eröffnet er neue Möglichkeiten für individualisierte Behandlungsansätze.
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Wer integrativ arbeitet, weiß: Die wirksamste Behandlung entsteht durch das richtige Zusammenspiel verschiedener Methoden. Und genau hier zeigt der Softlaser seine Stärken. 

Die Low-Level-Lasertherapie mit dem Softlaser wirkt schmerzfrei, ist nicht invasiv und vielseitig anzuwenden. Die Effekte auf Zellstoffwechsel, Entzündungsprozesse und die funktionelle Selbstregulation lassen sich sinnvoll mit anderen Verfahren kombinieren. In der Praxis entsteht daraus ein effizienter und zugleich sanfter Therapieansatz.

Was macht den Softlaser so wertvoll?

Softlaser sind hochtechnische Geräte, mit monochromatischen (rot/nahinfrarot), kohärenten (gleiche Wellenlänge) und kolliminierten (gebündelte) Laserstrahlen. Diese treffen mit einer bestimmten Wellenlänge gebündelt auf das Gewebe und bewirken dort die sogenannte Photobiomodulation. Durch die nicht invasiven Lichtwellen wirken auf zellulärer Ebene stimulierend und regulierend. Die sogenannten Low-Level-Laser (z. B. Klasse 2M oder 3B) dringen in tiefere Gewebeschichten ein und aktivieren dort physilogische und biologische Prozesse: Sie fördern die Durchblutung, verbessern die Sauerstoffversorgung, regen den Zellstoffwechsel an und können Schmerzen und Entzündungen regulieren. 

Das Besondere: Die Anwendung ist schmerzfrei, risikoarm und sehr präzise steuerbar. Damit eignet sich der Laser in einer Vielzahl an Anwendungen, die sich nahtlos in bestehende Behandlungen einfügt.

Die Indikationen reichen von akuten Entzündungen über chronische Schmerzen bis zu hormonellen Dysbalancen oder funktionellen Beschwerden im Kindesalter. Entscheidend ist dabei nicht nur die Methode selbst, sondern die kluge Verknüpfung im therapeutischen Alltag.

Drei Kombinationen aus der Praxis

Ein großer Vorteil der Softlasertherapie ist ihre Integrationsfähigkeit: Sie lässt sich sowohl in schulmedizinische als auch komplementärmedizinische Konzepte einfügen. Das bedeutet: Ob in der Schmerztherapie, bei Hautthemen, in der Frauenheilkunde, der Pädiatrie oder im Bereich der funktionellen Medizin – der Laser kann an verschiedenen Stellen des Behandlungsprozesses sinnvoll eingesetzt werden. Auch im Bereich der Akupunktur findet der Softlaser eine wichtige Anwendung zur schmerzfreien Stimulation klassischer Akupunkturpunkte.

Wichtig ist dabei, die richtige Indikation zu wählen und die Dosierung sowie den Zeitpunkt der Anwendung in das Gesamtkonzept einzubetten. Denn der Softlaser kann einerseits isoliert, aber auch kombiniert eingesetzt werden. 

Tipps für die Praxis
  1. Bewegungsapparat: Laser trifft manuelle Therapie

    Bei Schmerzen, Verspannungen oder Verletzungen bietet die Kombination aus Softlaser und manuellen Techniken wie Faszientherapie, Triggerpunktbehandlung oder osteopathischen Verfahren überzeugende Synergien. Während manuelle Therapien das Gewebe mobilisieren und den Muskeltonus regulieren, kann der Laser gezielt entzündliche Prozesse modulieren, die Mikrozirkulation anregen und die Regeneration auf zellulärer Ebene unterstützen.

    In der Praxis haben sich kurze Lasersequenzen direkt vor oder nach der manuellen Behandlung bewährt – sie verbessern die Gewebereaktivität, senken den Schmerzreiz und verlängern oft die Wirkung der eigentlichen Therapie. Auch in der Rehabilitation nach Operationen oder Verletzungen wird der Softlaser genutzt, um die Wundheilung zu fördern und die Belastbarkeit schrittweise zu steigern.

  2. Softlaser bei Kindern: In der Praxis und im Alltag

    In der Kinderheilkunde bietet der Softlaser eine sichere und schmerzfreie Methode, um häufige Beschwerden gezielt zu behandeln: etwa Infektanfälligkeit, Mittelohrentzündungen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Zahnungsbeschwerden oder Entwicklungsverzögerungen – der Softlaser kann gezielt eingesetzt werden, ohne das Kind zu überfordern. Besonders wirksam ist er  in der Akupunktur, da sich klassische Punkte mit dem Laser ganz ohne Nadeln und Angst stimulieren lassen.

    Zudem ist die Anwendung sanft, völlig schmerzfrei und kommt ohne Körperkontakt oder Nadeln aus. Das macht ihn besonders geeignet für junge Patient:innen, die in klassischen Behandlungen oft mit Angst oder Abwehr reagieren.

    Viele Anwender:innen schätzen dabei nicht nur den klinischen Nutzen, sondern auch die unkomplizierte Anwendbarkeit im privaten Umfeld. Ob bei den eigenen Kindern, Enkelkindern oder im Freundeskreis: Der Softlaser kommt bei kleineren Infekten, Bauchweh oder nach einem Sturz schnell und nebenwirkungsfrei zum Einsatz – und wird so zu einem praktischen Alltagsinstrument, das Sicherheit gibt.

  3. Laser und Darmgesundheit – entzündungshemmend & stoffwechselaktivierend

    Auch in der Darmgesundheit kann der Softlaser eine unterstützende Rolle spielen – insbesondere bei funktionellen Verdauungsbeschwerden, Leaky-Gut-Syndrom oder chronischen Entzündungsprozessen. Denn die Wirkung auf das vegetative Nervensystem, die Mikrozirkulation und die zelluläre Energieproduktion lässt sich nutzen, um Darmfunktionen zu regulieren und therapeutische Effekte zu verstärken.

    So kann eine gezielte Laserbehandlung im Abdomenbereich (z. B. Dünndarm, Colon, Leberregion) ergänzend zu einer individuell abgestimmten Darmbehandlung angewendet werden. Auch die Anwendung über Mikrosysteme (z. B. Ohr, Schädel) oder über Akupunkturpunkte entlang der Verdauungsmeridiane zur Beeinflussung vegetativer Funktionen ist hier möglich – mit dem Ziel, die Regulationsfähigkeit des Organismus zu fördern. 

Verantwortungsvoller Einsatz: Chancen und Grenzen

Wie bei allen integrativen Verfahren gilt auch für den Softlaser: Bei der Anwendung des Therapielasers ist die Indikationsstellung, die Integration ins Gesamtbild und die Kompetenz in der Anwendung entscheidend. Eine fundierte Schulung sorgt dafür, dass der Einsatz nicht nur sicher, sondern auch therapeutisch wirksam ist. Um gezielt zu arbeiten, braucht es ein gutes Verständnis für Behandlungsschemata, Wirkmechanismen und die korrekte Dosierung. Auch technische Parameter wie Sicherheitsabstände oder Schutzmaßnahmen sind dabei zu berücksichtigen. 

Die Softlasertherapie ist eine sinnvolle und starke Ergänzung im Praxisalltag. Richtig erlernt und richtig integriert, kann sie punktuell angewendet werden oder therapeutische Prozesse unterstützen, beschleunigen und vertiefen. Gerade in der integrativen Medizin, die nicht innerhalb von Fachgrenzen denkt, sondern in individuellen Heilungsverläufen, bietet der Softlaser ein wertvolles Werkzeug: flexibel, sanft und wirksam.

Wer bereit ist, sich fundiert einzuarbeiten, erschließt sich ein breites Feld an neuen Möglichkeiten – zum Wohl der Patient:innen und Klient:innen und zur Weiterentwicklung der eigenen Praxis.

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