Lasertherapie Anwendungsgebiete – aus der Praxis erzählt
In der täglichen Arbeit mit dem Softlaser begegnen mir sehr unterschiedliche Fragestellungen und ebenso vielfältig sind die Einsatzfelder. Die Lasertherapie ist eine sanfte, nicht-invasive Methode und kann gezielt auf Entzündung, Schmerz oder Regulation wirken. Gerade im Zusammenspiel mit anderen Verfahren wie etwa dem Zusammenspiel aus Laserakupunktur und der klassischen Akupunktur zeigt sich ihr Potenzial.
Im Folgenden möchte ich vier konkrete Fälle aus meiner Ordination schildern, die einen Eindruck davon geben, wie breit die Lasertherapie Anwendungsgebiete heute gefasst sind und welchen Unterschied sie in der Praxis machen können.
1. Softlaser bei Wundheilung und Verbrennungen
Eine 12-jährige Patientin verbrannte sich am Oberschenkel mit heißem Tee und zog sich eine klassische Verbrennung zweiten Grades mit Blasenbildung, Rötung und starken Schmerzen zu. Die Wundfläche betrug etwa 5 cm im Durchmesser.
Wir begannen unmittelbar mit täglicher Anwendung des Low-Level-Softlasers direkt über der Wundfläche. Bereits nach drei Tagen waren die Schmerzen gänzlich verschwunden. Nach nur einer Woche war die Haut abgeheilt und lediglich eine leichte Rötung war noch sichtbar. Normalerweise dauert die Regeneration solcher Hautareale etwa zwei Wochen.
Für mich ist das ein eindrückliches Beispiel für die Wirkung des Softlasers auf die Geweberegeneration – die Softlaser Wundheilung lässt sich präzise dosieren und ist völlig schmerzfrei.
Gerade bei Kindern ist diese schmerzfreie Behandlungsform ein echter Gewinn, denn sie löst keine Berührungsangst oder zusätzlichen Stress aus. Eine zusätzliche schmerzfreie Laserakupunktur ermöglicht eine effektive ergänzende Behandlung.
2. Laserbehandlung bei Sportverletzungen
Eine 20-jährige Frau verstauchte beim Tanzen den rechten Außenknöchel. Die Belastung war schmerzhaft, das Sprunggelenk stark geschwollen. Das Röntgen war unauffällig – die Diagnose lautete: Supinationstrauma mit Kapsel-Band-Läsion des Ligamentum talofibulare anterius rechts.
Zur Akutversorgung wurden zunächst Kühlung und Topfenwickel eingesetzt, parallel begannen wir mit der Lasertherapie: zwei Mal täglich lokal über dem Sprunggelenk, zusätzlich stimulierten wir gezielt Akupunkturpunkte mit dem Softlaser – mit dem Ziel, Schmerzen zu lindern, Schwellung und Entzündung zu reduzieren.
Bereits am Folgetag konnte die Patientin wieder schmerzfrei gehen, nach drei Tagen war die Schwellung weitgehend zurückgebildet. Der Einsatz des Lasers wirkt nicht systemisch, sondern gezielt dort, wo der Reiz gebraucht wird: am verletzten Gewebe. Gerade bei funktionellen Beschwerden oder in Ergänzung zur klassischen Therapie ist die Lasertherapie bei Sportverletzungen eine wirksame, nebenwirkungsfreie Option.
3. Lasertherapie in den Wechseljahren – wenn die Nadel keine Option ist
Eine 54-jährige Frau suchte mich wegen starker Hitzewallungen, nächtlichem Herzrasen und innerer Unruhe sowie Angstzuständen auf. Für sie war klar: Nadeln kommen nicht in Frage. Die bloße Vorstellung verursachte Stress – ein typischer Fall, in dem die Lasertherapie eine sinnvolle Alternative zur klassischen Akupunktur darstellt.
Neben einer angepassten Ernährung und pflanzlichen Arzneitherapie begannen wir zweimal wöchentlich mit Laserakupunktur. Besonders auffällig: Die Nächte nach der Behandlung waren sofort ruhiger, das vegetative Nervensystem deutlich entlastet. In Kombination mit Atemübungen und Bewegung in der Natur entstand nach und nach eine Stabilisierung, die nicht nur symptomatisch, sondern auch emotional spürbar war.
Die Lasertherapie ist für viele Frauen in den Wechseljahren ein sanfter Einstieg in die Regulation – ohne hormonelle Belastung, ohne Nadeln, aber mit einer Wirkung, die sich oft schon nach wenigen Sitzungen zeigt.
4. Lasertherapie bei Morbus Crohn
Ein 39-jähriger Mann mit Morbus Crohn kam während eines akuten Schubs in meine Praxis. Obwohl er von seinem Internisten bereits mit Kortison und Spasmolytika behandelt wurde, blieben die Beschwerden bestehen. Über Muskeltestung konnte ich regulatorische Störfaktoren ermitteln und entschied mich für eine Serie von fünf Sitzungen Laserakupunktur.
Ziel war es, gezielt auf Schmerz und Entzündung zu wirken und den Patienten in seiner Gesamtheit zu begleiten. Besonders bei chronischen Entzündungen wie Morbus Crohn zeigt die Lasertherapie gute Ergebnisse: Nach vier Behandlungen war die akute Entzündung laborchemisch rückläufig, subjektiv hatte der Patient bereits nach der zweiten Sitzung das Gefühl, sich ingesamt besser zu fühlen.
Dieser Fall zeigt, dass eine Synergie aus schulmedizinischer Akutbehandlung mit komplementärmedizinischen Maßnahmen deutlich wirksamer ist, als die alleinige Verabreichung von Medikamenten. Der Einsatz der Lasertherapie bei Entzündungen ist weit mehr als eine technische Maßnahme und fördert die Regulation aktiv.
FAZIT
Alle vier Fälle veranschaulichen, wie vielseitig und wirksam der Einsatz von Softlasern in der therapeutischen Praxis sein kann. Ob Wundheilung, Schmerztherapie, emotionale Stabilisierung oder entzündungshemmende Begleitung – die Kombination aus präziser Technik und individueller Anwendung macht die Lasertherapie in der Gesundheitsmedizin zu einem echten Zukunftsfeld.
Besonders hervorzuheben ist dabei der Aspekt der Zugänglichkeit: Die schmerzfreie Behandlung über den Laser eröffnet neue Wege – für Fälle, die nicht mit Nadeln behandelt werden können, für Patient:innen, die keine Nadeln möchten, und für Therapeut:innen, die ihre Möglichkeiten erweitern wollen. Und bei vielen Beschwerden zeigt sich: Lasertherapie bei Entzündungen ist nicht nur eine Alternative, sondern oft die sanftere und wirkungsvollere Lösung.
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